meine art zu malen

IM MITTELPUNKT MEINER ARBEIT STEHEN Strukturarbeiten sowie ABSTRAKTE KOMPOSITIONEN.

Wissen Sie, was gewollter Zufall ist? Das ist die Art, wie meine Bilder entstehen. Zufällig, aber mit System. Für den Zufall sind meine beiden Musen zuständig. Die lasse ich kräftig für mich arbeiten. Die eine Muse ist die Chemie. Denn ich benutze natürliche Materialien wie Sumpfkalk und Asche und Steinmehl, Marmormehl aus Carrara und Kreiden aus Frankreich und Pigmente aus allen Teilen der Welt. Dies alles trage ich auf Leinwand auf und lasse meine Muse loslegen. Chemische Reaktionen erzeugen Schichten, die beim Trocknen reißen. Spannend, oder? Das Material birst, es bricht auf und manchmal sogar ab, feine Linien entstehen und breite Gräben, raue Flächen und glatte Abhänge. Da ist Spannung, Tiefe, Ausdruck – unplanbar und doch gewollt. Jetzt hat die Muse Chemie fertig – und ich vollende ihr Werk. Übernehme und verwerfe, arbeite aus und gebe hinzu, lasse zu und halte aus.

Muse zwei ist noch radikaler – das Feuer! Ich lasse es auf meiner Leinwand lodern und brutzeln, züngeln und wüten, schmoren und lecken. Bis die Kraft dieser Muse verlöscht. Und wieder vollende ich, übernehme die Inspiration aus dem Zufall, die Spannung aus dem Brand, die Farben aus dem heißen Prozess.

Es sind viele Material-Schichten, die ich auf- und teilweise wieder abtrage. Das mache ich nicht mechanisch, sondern impulshaft, emotional. Meine Bilder spiegeln meine Gefühle und Gedanken wider, mein inneres Selbst. Diese – in jeder Hinsicht - Vielschichtigkeit verleiht meinen Bildern Tiefe und Ausdruck. Und eine ganz eigene Haptik: Durch die zahlreichen Ebenen erhalten sie eine Dreidimensionalität, die sie fast zu Skulpturen macht, die man regelrecht erspüren und erfühlen möchte. Bei manchen meiner Bilder ist Anfassen deshalb ausdrücklich erlaubt!